Literatur

Byte.fm: Blog & Roll - Alter Fisch im neuen Gewand

Lange Zeit stagnierte es hier. Im Hintergrund jedoch brodelte es. Zum einen haben wir für byte.fm ein Mixtape für die Sendereihe 'Blog&Roll' zusammengestellt, das heute Abend um 23 Uhr 'On Air' sein wird. Den Fragebogen und einen kleinen, aber feinen Artikel über uns gibt es hier.
 

Kai Jakob – Street Art in Berlin

Der Hundedreck auf dem Boden, zerschlagene Flaschenscherben und der graue Müll in den Ecken, das ist zunächst das erste, was man entdecken könnte, wenn man durch Berlins Straßen streift.

Volker Kutscher - Der nasse Fisch

Berlin 1929: der rheinländische Kriminalkommissar Gereon Rath hat Glück gehabt. Das hervorragende Netzwerk seines Vaters hat ihm, nach einem verunglückten Schuss mit tödlichen Folgen, eine neue Stelle in der Hauptstadt verschafft. Nun arbeitet er bei den Pornofritzen von der Sitte und der bisweilen blutige Kampf von Nazis, Kommunisten und Sozialdemokraten sorgt für nervenaufreibende Polizeieinsätze. Nein, Berlin empfängt seine Gäste nicht gerade freundlich.

Carlos Ruiz Zafón - Der Schatten des Windes

Es ist Sonntagnachmittag, am Himmel über Berlin ist keine einzige Wolke zu sehen, die Sonne scheint bei 25 Grad – alle Welt sitzt draußen, trinkt Bier, grillt, isst Eis. Nur meine Freundin Jasmin nicht. Ihr Buch ist so spannend, dass Menschen und Musik nur stören würden. Sie liest die Geschichte vom „Schatten des Windes“. Alles beginnt 1945, als Daniel Sempere noch ein kleiner Junge ist…

Airen – Strobo

„Man besorge sich Speed und ziehe alle zwei Stunden eine kleine Linie. Das fühlt sich am Anfang wirklich toll und aufregend an. Nach einem halben Tag wird es aber anstrengend. Und nach einer gewissen Zeit macht es einen nur noch kaputt.“ Um zu veranschaulichen, wie es sich für ihn angefühlt hat, Mittelpunkt des seit Jahren schwerwiegendsten Skandals der Literaturszene zu sein, zieht Airen in einem Interview mit dem Rolling Stone diesen bildlichen Vergleich zum Drogenkonsum. In diesem Rahmen wurde er wohl von den meisten das erste Mal wahrgenommen. Diese Worte hätten jedoch auch aus seinem Blog oder dem daraus entstandenen Buch Strobo stammen können.

Julia Friedrichs - Gestatten: Elite

„Es gibt Menschen, die sind oben - das sind Gewinner. Und Menschen, die sind unten - die Verlierer. Pass auf, dass du im Leben zu den Gewinnern gehörst.“ Diesen Rat gibt Mario Julia. Autorin Julia Friedrichs hat in "Gestatten: Elite" Deutschlands vermeintliche Elite-Generation der Gegenwart beobachtet, und unsere Gastautorin Sophie Hoederath hat sich wiederum mit diesem Stück Gegenwarts-Dokumentation beschäftigt.

Leif Randt - Leuchtspielhaus

„Leuchtspielhaus" - ein Neologismus des jungen Autoren Leif Randt, der sofort einen Haufen an Assoziationen aufwirft. Der Roman ist das Debut des 1983 geborenen Schriftstellers und Preisträgers des KulturSpiegel-Nachwuchsautorenwettbewerbs. Er entwirft das Bild einer Londoner Jugend, die sich vordergründig gesehen, über etwas ungewöhnliche Dinge definiert - und vor allem ästhetisiert.

Helene Hegemann – Axolotl Roadkill

Die jüngste Anekdote der unendlichen Hegemanngeschichte ist der gerade verliehene Literaturpreis auf der Leipziger Buchmesse. Die Helene war nominiert, veranlasste einen weiteren Affront damit und gewann nicht. Sondern Georg Klein. Dies löste ein deutliches Aufatmen in den Feuilletons und den Köpfen vieler anderer aus. Gott sei Dank! Das dachten sich viele. Das hätte noch gefehlt. Vielleicht allerdings, hätte es das tatsächlich.

Nick Hornby – Slam

Einmal so richtig in den Dreck. Bei einem Slam beim Skateboarden reißt es einem jeden Halt unter den Füßen weg, direkt zu Boden. Nick Hornbys Romanheld Sam beschreibt das wie folgt: „Die Rollen waren von den Achsen geflogen, die Achsen waren vom Deck geflogen, und ich war zwanzig Fuß hoch in die Luft gesegelt und voll gegen eine Ziegelmauer geknallt.“ Im wahren Leben kann das ganz ähnlich sein. Als Sechzehnjähriger schläft er mit seiner gleichaltrigen Freundin, schwängert diese und stellt dadurch alles in Frage, was ihm bisher im Leben wichtig war.

John Boyne - The dare

Quick Reads sind eine interessante Erfindung: Kurze Bücher, um bildschirmgeschädigte Nicht-Leser wieder an Buchstäben, Sätze, ganze Kapitel heranzuführen. Namhafte Autoren verfassen dafür so ungefähr hundert Seiten, große Schrift, leicht verdauliche Sprache. In Irland und Großbritannien werden diese Miniromane dann für £ 1,99 verkauft und sollen für den Flug, die Zugfahrt oder den Wartezimmeraufenthalt eine preis- und lesenswerte Alternative zum Zeitschriftenangebot darstellen. Ob man dies nun für ein hoffnungsvolles Programm gegen die Volksverdummung oder den Untergang des literarischen Abendlandes hält, ist wohl jedem selbst überlassen. Wie eine solche moderne Kurzgeschichte aussehen kann, zeigt uns John Boyne, der Autor von „Der Junge im gestreiften Piyama“.